Ambulant Betreutes Wohnen

Das Ambulant Betreute Wohnen begleitet schwer psychisch erkrankte Menschen, die ohne diese kontinuierliche Hilfe immer wieder - oder dauerhaft - in einer Klinik oder einem Heim leben müssten. Das Angebot richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, die in den meisten Fällen in der eigenen Wohnung leben.

Zielsetzung des Betreuten Wohnens

Menschen mit einer chronisch-psychischen Erkrankung aus dem "Sektor Ost" (siehe Sektorenkarte) wird durch die Alltagsbegleitung eine eigenständige Lebensführung ermöglicht und gesichert.

Dies geschieht durch:

  • entlastende und unterstützende Gespräche
  • Begleitung bei der Antragstellung bei Ämtern und Behörden
  • Kooperation mit rechtlichen Betreuern und Ärzten
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche
  • Vermittlung und Begleitung von Einsätzen von Sozialstationen
  • Motivation zu Freizeitaktivitäten wie …
  • Anleitung bei Essenszubereitung, gem. Einkäufe
  • Anleitung zur Haushaltsführung (Putzen, Waschen etc.)
  • Begleitung und Unterstützung von Arztbesuchen
  • Gestaltung neuer Kontakte im Wohnumfeld
  • Motivation zur Teilnahme an Gruppenangeboten des BeWo wie dem monatlichen Café Wittenberg, dem monatlichen Wohntreff und der jährlichen Freizeitmaßnahme

Was ist Alltagsbegleitung

Alltagsbegleitung meint die Begleitung von chronisch psychisch Kranken in deren individuellem Alltag, auf deren eigenem Lebensweg. Sie berücksichtigt dabei die jeweils unterschiedlichen und schwankenden Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Betroffenen.

Dies können auch Freizeitangebote oder Gruppentreffen sein, wie zum Beispiel das monatliche "Café Wittenberg" nächste Termine: 06.12.2013 ab 14:30 Uhr.

Wie kommt man ins Betreute Wohnen?

Das Betreute Wohnen gehört zur „Eingliederungshilfe“ nach dem Sozialgesetzbuch 12 (SGB XII). In der Regel übernimmt der überörtliche Sozialhilfeträger die Kosten. Um Betreutes Wohnen bewilligt zu bekommen, muss beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster ein Antrag gestellt werden. Bei der Antragstellung beraten wir Sie gerne umfassend und unbürokratisch. Wenn Sie Interesse am Betreuten Wohnen haben, sprechen Sie Herrn Rempe oder Frau Berg an: Tel: 0234 438 99 09, oder mobil: 0176 240 77 29-2/ -1

Betreutes Wohnen von 1983 bis heute

Zu Beginn der 80-er Jahre waren der Begriff "Betreutes Wohnen" (auch Bewo genannt) und die damit verbundenen Konzepte noch recht neu. Die Psychiatrie-Enquete der Bundesrepublik hatte 1975 die Forderung aufgestellt, dass eine Betreuung psychisch Kranker nicht mehr in Großkrankenhäusern, sondern unter möglichst normalen Lebensbedingungen erfolgen sollte. Konkret gemeint war mit dem "betreuten Wohnen" die Einrichtung eines Dienstes, dem eine längerfristige, intensive und nachgehende Betreuung möglich war.

  • 1983: Der Fachdienst Betreutes Wohnen im Verein für psychosoziale Betreuung übernimmt erste KlientInnen aus dem damaligen Bereich Vormundschaften.
  • 1987: Die Stadt Bochum erklärt sich bereit, Betreutes Wohnen für psychisch Kranke nach § 39 BSHG (Eingliederungshilfe) zu finanzieren.
  • 1988: Eine Vereinbarung zur Sektorisierung entsprechend der Bezirke des Sozialpsychiatrischen Dienstes wird geschlossen. Hiermit verbunden ist die Verpflichtung, alle KlientInnen des Sektors zu versorgen und mit den anderen Bewo-Trägern und den Sozialpsychiatrischen Diensten zu kooperieren.
  • 2003: Wechsel der Kostenträgerschaft: Die Finanzierung der ambulanten Wohnhilfen wechselt vom örtlichen Sozialamt zum überörtlichen Sozialhilfeträger, dem Landschaftsverband  Westfalen-Lippe (LWL). Grundlage der Leistung sind die §§ 75 und folgende des Sozialgesetzbuches, Zwölftes Buch (SGB XII), nicht mehr das frühere BSHG. Zeitgleich mit dem Kostenträgerwechsel fand eine Veränderung des Aufnahmeverfahrens statt.
  • 2007: Mit Einstellung einer türkischen Sozialarbeiterin bietet das Betreute Wohnen ein Angebot für MigrantInnen und Migranten. Nicht nur die Möglichkeit in türkisch mit dem Klienten oder der Klientin sprechen zu können, sondern vor allem die Berücksichtigung anderer kultureller Erfahrungen, sind die Vorteile dieses Angebotes für zugewanderte MitbürgerInnen.
  • 2009: Um für Klientinnen und Klienten aus den Stadtteilen Gerthe, Grumme, Harpen und Hiltrop besser erreichbar zu sein, haben seit August vier Mitarbeiterinnen ihre Büros in einem Ladenlokal in der Lothringer Str. 3.