Ambulant Betreutes Wohnen

Das Ambulant Betreute Wohnen begleitet schwer psychisch erkrankte Menschen, die ohne diese kontinuierliche Hilfe immer wieder - oder dauerhaft - in einer Klinik oder einem Heim leben müssten. Das Angebot richtet sich an Bürgerinnen und Bürger, die in den meisten Fällen in der eigenen Wohnung leben.

Menschen mit einer chronisch-psychischen Erkrankung aus dem "Sektor Ost" (siehe Sektorenkarte) wird durch die Alltagsbegleitung eine eigenständige Lebensführung ermöglicht und gesichert.

Rabente, Kümmel, Hochhaus
Ambulant Betreutes Wohnen
Standort

Wittenbergstraße 11,
44892 Bo.-Langendreer

Telefonnummer

Tel.: 0234 438 99 09,
Fax: 0234 438 99 04

Stellenangebote

Praktikumsstelle zu besetzen

Die Psychosozialen Hilfen bieten für den Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens (ABW) für psychisch kranke Menschen zum Wintersemester 2021/2022 mehrere Praktikumsplätze an.

Angebote des Fachdienstes

Foto eines Klienten beim Haushaltstraining
Klient bei der Hausarbeit
  • entlastende und unterstützende Gespräche
  • Begleitung bei der Antragstellung bei Ämtern und Behörden
  • Kooperation mit rechtlichen Betreuer:innen und Ärzt:innen
  • Unterstützung bei der Wohnungssuche
  • Vermittlung und Begleitung von Einsätzen von Sozialstationen
  • Motivation zu Freizeitaktivitäten
  • Anleitung bei Essenszubereitung, gem. Einkäufe
  • Anleitung zur Haushaltsführung (Putzen, Waschen etc.)
  • Begleitung und Unterstützung von Arztbesuchen
  • Gestaltung neuer Kontakte im Wohnumfeld
  • Motivation zur Teilnahme an Gruppenangeboten des BeWo wie dem monatlichen Café Wittenberg, dem monatlichen Wohntreff und der jährlichen Freizeitmaßnahme

Alltagsbegleitung

Alltagsbegleitung meint die Begleitung von chronisch psychisch Kranken in deren individuellem Alltag, auf deren eigenem Lebensweg. Sie berücksichtigt dabei die jeweils unterschiedlichen und schwankenden Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Betroffenen.

Dies können auch Freizeitangebote oder Gruppentreffen sein, wie zum Beispiel das monatliche Café Wittenberg. Wegen der Corona-Pandemie finden zurzeit keine Gruppenangebote statt. Sobald sie wieder starten finden Sie hier ein monatliches Programm.

Wie kommt man ins Ambulant Betreute Wohnen?

Das Ambulant Betreute Wohnen gehört zur „Eingliederungshilfe“ nach dem Sozialgesetzbuch 9 (SGB IX). In der Regel übernimmt der überörtliche Sozialhilfeträger, der in NRW bei den Landschaftsverbänden angesiedelt ist, die Kosten.

Kontakt

Um Ambulant Betreutes Wohnen bewilligt zu bekommen, muss beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster ein Antrag gestellt werden. Bei der Antragstellung beraten wir Sie gerne umfassend und unbürokratisch.

Wenn Sie Interesse am Ambulant Betreuten Wohnen haben, sprechen Sie Frau Berg (0176 240 77 291), Frau Schulte (0176 240 77 294) oder Herrn Steinke (0176 240 76 600) an.

Ambulant Betreutes Wohnen von 1983 bis heute

Zu Beginn der 80-er Jahre waren der Begriff "Ambulant Betreutes Wohnen" (auch Bewo genannt) und die damit verbundenen Konzepte noch recht neu. Die Psychiatrie-Enquete der Bundesrepublik hatte 1975 die Forderung aufgestellt, dass eine Betreuung psychisch Kranker nicht mehr in Großkrankenhäusern, sondern unter möglichst normalen Lebensbedingungen erfolgen sollte. Konkret gemeint war mit dem ambulanten "betreuten Wohnen" die Einrichtung eines Dienstes, dem eine längerfristige, intensive und nachgehende Betreuung möglich war.

  • 1983: Der Fachdienst Ambulant Betreutes Wohnen im Verein für psychosoziale Betreuung übernimmt erste KlientInnen aus dem damaligen Bereich Vormundschaften.
  • 1987: Die Stadt Bochum erklärt sich bereit, Betreutes Wohnen für psychisch Kranke nach § 39 BSHG (Eingliederungshilfe) zu finanzieren.
  • 1988: Eine Vereinbarung zur Sektorisierung entsprechend der Bezirke des Sozialpsychiatrischen Dienstes wird geschlossen. Hiermit verbunden ist die Verpflichtung, alle Klient:innen des Sektors zu versorgen und mit den anderen Bewo-Trägern und den Sozialpsychiatrischen Diensten zu kooperieren.
  • 2003: Wechsel der Kostenträgerschaft: Die Finanzierung der ambulanten Wohnhilfen wechselt vom örtlichen Sozialamt zum überörtlichen Sozialhilfeträger, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Grundlage der Leistung sind die §§ 75 und folgende des Zwölften Sozialgesetzbuches (SGB XII), nicht mehr das frühere BSHG. Zeitgleich mit dem Kostenträgerwechsel fand eine Veränderung des Aufnahmeverfahrens statt.
  • 2007: Mit Einstellung einer türkischen Sozialarbeiterin bietet das Ambulant Betreute Wohnen ein Angebot für MigrantInnen und Migranten. Nicht nur die Möglichkeit in türkisch mit dem Klienten oder der Klientin sprechen zu können, sondern vor allem die Berücksichtigung anderer kultureller Erfahrungen, sind die Vorteile dieses Angebotes für zugewanderte Mitbürger:innen.
  • 2009: Um für Klientinnen und Klienten aus den Stadtteilen Gerthe, Grumme, Harpen und Hiltrop besser erreichbar zu sein, haben seit August vier Mitarbeiterinnen ihre Büros in einem Ladenlokal in der Lothringer Str. 3.
  • 2018: Mit dem in-Kraft-Treten des Bundesteilhabegesetzes wechselt die Eingliederungshilfe und damit auch das Ambulant Betreute Wohnen in das 9. Sozialgesetzbuch, die "Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderung".